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anobella auf reisen

Donnerstag, 12. Januar 2006

Ich kann mich über alles unterhalten.

Auf der Rückfahrt von Usedom standen zwei Trucker in der Raststätte, der eine Typ Sven Ottke, der andere Mike Tyson. Ich wollte nur einen Kaffee holen und gleich weiterfahren und habe sie nach Kleingeld gefragt. Mike Tyson erzählte gerade eine Geschichte, von wegen sein Chef kann ihn mal, der will eine Niederlassung in Riga gründen (er kramt Wechselgeld für mich aus der Tasche), aber nicht mit ihm, da kann er sich einen anderen Fahrer suchen (er der einzige im Betrieb außer dem Ithaker, der in den Süden fährt) (er gibt mir das Geld; zweieinhalb Köpfe größer und breiter als ich: ein Garagentor), so viel Zuschläge kann ihm sein Chef gar nicht zahlen, dass er eine Niederlassung im Osten aufmacht (ich ratlos vor dem Automaten, studiere die Anweisungen), das würde ja alles an ihm hängen bleiben (er schiebt mich zur Seite „Was für`n Kaffee willste denn?“) und sein Chef hat keine Ahnung vom Osten, der ist nur blabla und heiße Luft („Normal mit Milch ...“), soll der doch die Tour nach Moskau fahren, er muss ja immer seine Knarre dabeihaben in Russland (er drückt die Knöpfe, während er über die Schulter weiter erzählt) und den LKW nachts auf dem Parkplatz verteidigen („Zucker?“), das kommt alles gar nicht in Frage, dass er ne Niederlassung im Osten aufbaut, eine blöde 2006-neue-Vorsätze-Idee ist das, er hat die Schnauze voll, (er schiebt sich an meiner Nase vorbei - ich sehe NICHTS außer einer grünen Bomberjacke), er hat ja Familie und riskiert jeden Tag im Osten sein Leben (pappt mir einen Deckel auf meinen Kaffee).
Er winkt mich zur aufgehaltenen Tür raus („Pass auf, dass du nix verschüttest ...!“) und sein Kumpel nickt mir aufmunternd zu.

Das wäre doch was, denke ich auf dem Rückweg zum Auto, mal mit so einem Trucker nach Moskau fahren. Klar würde er mir das Ohr abkauen, aber wenigstens mit wirklichen Stories und nicht nur mit dem Was-soll-ich-bloß-im-Winter-Wiesbaden-erleben?
-Elend.
Ich blogge dann auf dem Beifahrersitz und mache Fotos und übernehme das Steuer von dem dreizügigen LKW, wenn der müde wird ...


Anobella Webtrackertrucker

Mittwoch, 11. Januar 2006

Anobella auf Usedom II

Das hat seine eigene Komik, in Usedom auf der Suche nach einem Buch von Thomas Bernhard zu sein (weil er selbst so eine sinnlose Suche - seitenweise - nach einer Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung beschrieben hat, die er an DIESEM Tag zum Leben brauchte (now don´t I know that) (miserable Drecksorte, die sie nicht hatten). Und als ob ich ihn nicht zu Hause im Regal stehen hätte! Grrrrrrrr! Landauf, landab in Buchhandlungen herumzusuchen, das Verlangen danach immer stärker zu empfinden, sich gar nicht mehr mit einem anderen Buch trösten zu können und sei es auch noch so gut (Der Fall Riviére von Michel Foucault) deshalb schließlich eine Fahrt nach Greifswald, Schwerin, Rostock oder Berlin (da werden sie ihn doch wohl haben!) ins Auge zu fassen; dann, dank der Süddeutschen Zeitung und ihrer Bibliothek (übrigens beste Bücher in schönem Design) des „Untergeher“s habhaft werden und lachend in der Wohnung zu sitzen mit Bernhards Hassgeschichten. Im Untergeher gern über die Schweiz - die ich gut kenne und in der ich viele Freunde habe, namentlich in Davos und Zug und Zürich und Basel.

Er schreibt über Chur (da war ich auch mal, es war grau und feucht, im Herbst):

„Chur kannte ich von mehrmaligen Aufenthalten mit den Eltern, wenn wir nämlich nach Sankt Moritz zu reisen vorhatten und in Chur übernachteten, in dem immer gleichen Hotel, in welchem es nach Pfefferminztee gestunken hat und wo man meinen Vater kannte und ihm zwanzig Prozent Rabatt gewährte, weil er dem Hotel über vierzig Jahre lang treu geblieben war. Es war ein sogenanntes gutes Hotel in der Mitte der Stadt, ich weiß nicht mehr, wie es geheißen hat, kann aber sein Zur Sonne, wenn ich mich nicht doch täusche, obwohl es an der finstersten Stelle der Stadt lag. In den Churer Weinstuben schenkten sie den schlechtesten Wein aus und trugen die geschmacklosesten Würste auf. Mein Vater nachtmahlte mit uns immer im Hotel, betellte eine sogenannte Kleinigkeit und nannte Chur eine angenehme Zwischenstation, was ich nie verstand, denn ich hatte Chur immer als besonders unangenehm empfunden. Genau wie die Salzburger waren mir die Churer noch verhasster in ihrem Hochgebirgsstumpfsinn. Ich hatte es immer als Bestrafung empfunden, mit den Eltern, manchmal auch nur dem Vater allein, nach Sankt Moritz fahren zu müssen, in Chur Station zu machen, in diesem trostlosen Hotel absteigen zu müssen, dessen Fenster auf eine enge, bis zum zweiten Stock herauf feuchte Gasse hinausgingen. In Chur hatte ich niemals geschlafen, dachte ich, war ich immer nur voller Verzweiflung wach gelegen. Chur ist tatsächlich der trübsinnigste Ort, den ich jemals gesehen habe, nicht einmal Salzburg ist so trübsinnig und letzten Endes krankmachend. Und die Churer sind dementsprechend. In Chur kann ein Mensch, auch wenn er nur eine einzige Nacht bleibt, für sein Leben ruiniert werden.“

(Den letzten Satz werden sie WOHL NICHT im Fremdenverkehrsamt Chur auf die Rückseite ihrer Tourismusbroschüre geschrieben haben)

Montag, 9. Januar 2006

da, thomas rühmann.

den hab ich getroffen, dr. roland heilmann, erst von ahlbeck runter, dann von heringsdorf rauf.
(er hatte die gleiche idee wie ich: rundweg.)
*erwischte sich dabei, sich das haar ins ordnung zu bringen, als sie ihn das zweite mal am horizont entdeckte
**refer to: smarfs blog.

Anobella auf Usedom

Das Meer lappt ruhig ans Ufer, als ich ankomme. Spiegelglatte Fläche, leise und angenehm.

Am nächsten Tag auch.

Klar, denke ich, sie nennen Usedom ja die Badewanne Berlins. Das ist hier nicht der Atlantik, das ist die Ostsee, es wird hier keine Ebbe und Flut geben.

Schön! Nicht der übliche Brandungs-Krach wie an der Nordsee, wo man sein eigenes Wort nicht versteht. (*Vorteil!)

Am nächsten Tag: Brandung. Krach. S t u r m.

Die Flut kommt.

**flexibel
***dann eben so
***setzt sich immer konkret mit der lokalen Landschaft auseinander
****hat einen bernstein gefunden
*****musste sich beherrschen, ihn nicht allen passanten zu zeigen

Sonntag, 25. Dezember 2005

ich liebe mainz.

man kann`s nicht anders sagen.
auch wenn es mir lieber wäre, wenn es belgisch wäre.

ich war heute in d r e i kirchen. erst in der stephanskirche mit den chagallfenstern, da hatte ich mein chagall-erlebnis.

was sage ich gestern noch zu meiner kusine? "ich kann mit chagall nichts anfangen." schon wieder überholt: diese kirchenfenster sind sicherlich das beste, was es von chagall zu sehen gibt. es sei denn, er hat noch mal kirchenfenster ausgemalt. alles in blau, rundum, in der ganzen kirche und ich finde, es riecht gleich nach schwimmbad. aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet. der kreuzgang der kirche ist typisch für das alte mainz: schief und krumm und abgeblättert und schön.

dann lande ich in einer barockkirche in der altstadt (name weiß ich nicht), größer könnte der kontrast zur chagallkirche nicht sein. eine hallenkirche, ausladend, stuck, fresken. ganz still ist es drin, ich sitze nur mit einem mann da.

und dann renne ich in kardinal lehmann rein, weil er gerade eine messe im dom hält. in den dom kann man von der seite und ich sah ihm direkt ins gesicht.

es ist rührend, wie er da rumhantiert mit dem weihrauch und dem strahlenkranz und dauernd niederknien und wiederaufstehen und vorlesen und singen. mütze auf, mantel umgelegt.

dann riesenprozession durch den dom, ich gucke mir das ganze von vorne an, der dom ist rappelvoll.

aber der organist! er hat mich noch mehr gerührt als lehmann (obwohl das kaum möglich war), dass mir sogar die tränen in die augen stiegen. er war so liebevoll mit dem, was er sich ausgedacht hatte. er hat uns, nachdem die ganzen priester und chorknaben und messdiener verschwunden waren, noch mindestens eine dreiviertel stunde unterhalten. er hat ein weihnachtslied-potpourri gespielt und ich habe alle wiedererkannt.

alle leute waren gerührt, dauernd wischte sich einer die tränen weg, er bekam auch noch das klingeln von "kling glöckchen klingeling" hin.
alle haben geklatscht zum schluss und ich stand da und dachte "was für ein verrückter."

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