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Sonntag, 9. August 2009

Ich kann das Rollen der Twitterbox nicht anhalten.

Das bringt mir eigentlich zu viel Unruhe aufs Blog, aber mit dem alten Widget ging seit Tagen gar nichts mehr ...
Any suggestions?
Das ist das Twitter-Widget von Twitter selbst, kennt sich jemand damit aus? Kann man es anhalten?

Samstag, 8. August 2009

Wenn Männer zu viel schreiben (1): Paul Valéry, Herr Teste

(Brief von Frau Emilie Teste an einen gemeinsamen Freund)

Werter Herr und Freund!
Empfangen Sie meinen Dank für Ihre Sendung und für den Brief, den Sie Herrn Teste geschrieben haben. Ich glaube, die Ananas und die Konfitüren haben nicht missfallen; ich bin sicher, dass die Zigarren Anklang fanden. Was den Brief anlangt, so würde ich lügen, wenn ich Ihnen darüber das mindeste sagte. Ich habe ihn meinem Manne vorgelesen, und ich habe ihn kaum verstanden. Doch gestehe ich Ihnen, dass ich daran ein gewisses Vergnügen hatte. Die abstrakten oder für mich hohen Dinge anzuhören, langweilt mich nicht; es bezaubert mich fast wie Musik. Es gibt einen schönen Teil der Seele, der genießen kann, ohne zu verstehen, und der ist bei mir groß.
(…)
Unser Leben ist immer so, wie Sie es kennen: das meine nichtig und nützlich, das seine ganz Gewohnheiten und Versunkenheit. Nicht dass er nicht erwachte und, wann er will, nicht erschreckend lebendig wieder auftauchte. Ich habe ihn gern so. Er ist plötzlich groß und furchtbar. Das Triebwerk seiner eintönigen Handlungen zerspringt; sein Gesicht funkelt, er sagt Dinge, die ich recht oft nur halb begreife, aber nicht mehr aus meinem Gedächtnis schwinden. Aber ich will Ihnen nichts verheimlichen, oder fast nichts: Es kommt vor, dass er sehr streng ist. Ich glaube nicht, dass irgendein Mensch es so sein kann wie er. Er knickt einem den Geist mit einem einzigen Wort, und ich fühle mich wie eine missratene Vase, welche der Töpfer zu den Scherben wirft.

aus: Paul Valéry, Herr Teste, Suhrkamp, Frankfurt 1974

Freitag, 7. August 2009

Ein H o r r o r

Google latitude. Man registriert sich dort mit seinem Handy und kann alle Freunde, die sich dort auch registriert haben, jederzeit orten. Wie grauenhaft ist das denn ... kein Diskretionsabstand mehr ... das stecken sie dann auch den Kindern und Jugendlichen ein ... whuah ...

Paris, Texas

habe ich gestern glaube ich zum fünften Mal gesehen. Ein Mann läuft völlig tramatisiert durch die Wüste und gestern habe ich zum ersten Mal begriffen, dass seine Frau versucht hatte, ihn anzuzünden. Sensationell neben Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski vor allem Hunter Carson als Sohn der beiden.

(>>>Szene)

Donnerstag, 6. August 2009

Dossier in der Zeit über die Strafverfolgung

"Kein Normalbürger kann sich das Ausmaß an Verzweiflung ausmalen, das in einer Mordkommission herrscht, deren Ermittlungen feststecken."

Ein Verdächtiger, der den Mord an seiner Mutter gestehen sollte, sagte zu den Beamten, sie sollen doch ins Protokoll schreiben, was sie wollen. Das nahmen sie ein bisschen zu wörtlich.

"Doch klugen Vernehmungsbeamten ist auch klar, dass sie mit Gewalt und Drohung wenig erreichen und höchstens Gefahr laufen, durch ein erpresstes falsches Geständnis ihren Ruf zu verlieren. Deshalb gehen sie mit Offenheit und Freundlichkeit zu Werke. Sie legen vor der Befragung allen Abscheu vor der Tat, allen Grimm und alle Verachtung für den Täter ab und stürzen sich in eine tiefe Beziehung zu ihm. Der geschickte Kriminalbeamte wird zum besten Freund des Beschuldigten, zu seinem Beichtvater, zum Einzigen, der ihn versteht. Er ringt mit ihm, weint mit ihm. Er dringt vor in seine Gedankenwelt, in seine Seele, spürt seine weichen Stellen auf, schleicht sich in sein Wertesystem – und spielt dann alles gegen ihn aus.

Der Weg zum Vertrauen eines Verbrechers kann lang sein – manchmal jahrelang. Denn die meisten Kriminellen sind Menschen, die zahllose Enttäuschungen hinter sich haben. Von Misstrauen zerfressen, scannen sie die Umwelt nach Zeichen der Unaufrichtigkeit ab und werden zu wahren Sachverständigen für das Aufspüren aller Arten von Verrat. Einem Beamten, dem es gelingt, sich in das Herz des Täters zu stehlen, gelingt es auch, den Bauplan der Trutzburg zu erfassen. Dann wird die Vernehmung für beide Beteiligten zu einer existenziellen Begegnung. »Wenn seine Anstrengung schließlich mit einem Geständnis belohnt wird, also der Aufbau einer tragfähigen Beziehung zum Beschuldigten gelungen ist, dann ist das ein ganz großer Moment im Leben eines Kriminalbeamten«, sagt Reichertz."

(Mehr in >>>Gestehen Sie endlich!) von Sabine Rückert.

Wie die ZEIT

über sich selbst spricht, wenn sie über die New York Times schreibt:

Die Stärke der gedruckten New York Times verkörpert das Gegenteil: geduldige, nachhaltige Aufklärung und intelligente, unparteiische Ordnungssuche im journalistisch gebändigten Nachrichtenchaos. Und – als Folge dieser Mühen – Einfluss auf die politischen, akademischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger des Landes.

(...)

"Ein Ende der New York Times könnte einem Totalschaden der traditionellen demokratischen, machtkritischen Öffentlichkeit des Landes gleichen. Die Zeitung ist immer noch das Hauptreservoir, aus dem Amerikas Meinungsführer ihre Informationen schöpfen – an der Spitze ausgerechnet all jene Blogger und Websites, die ihre Nutzer auf die kostenlose Website der New York Times weiterleiten und gleichzeitig triumphierend das Ende der »Papierpresse« verkünden."

(>>>Mehr)

Dienstag, 4. August 2009

Jörg Fauser

Albertsen twittert auch, das wisst ihr, >>>hier. Er hat auf die Fauser-Werkausgabe bei Diogenes verwiesen, >>>da. Ich kenne nur "Alles wird gut" von Fauser, das war ästhetisch sehr spannend.

Hier gibts >>>Jörg Fauser und die Fauser-Lesung/Hinrichtung beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, featuring young Marcel Reich-Ranicki und Walter Jens findet sich auch bei Youtube.

Was mir den Umgang

mit Kindern auch schwer macht, ist diese unaufhörliche Produktion flauer Witze.

*hasst Witze
**lacht künstlich

Montag, 3. August 2009

Das ist nicht sooo weit weg von mir ... :)

"Malcolm J. Moldowsky wanderte ruhelos durch sein Penthouse. Weder der phantastische Blick aufs Meer konnte ihn beruhigen noch der edle Kognak. Er war verärgert, zutiefst verärgert, dass eine Persönlichkeit wie er sich plötzlich gezwungen sah, sich wegen irgend etwas Sorgen zu machen."

aus: Carl Hiaasen, Striptease
(>>>hier kann man reinlesen, super)

>>>Carl Hiaasen lecture

Also manchmal.

Auf die Google-Suchanfrage "Ich rufe zurück!" (wer sucht denn sowas?!) liege ich auf Position 4.

Architekturkritik ist der Beweis, dass Architektur eine Bedeutung hat."

André Poitiers, Hamburg

Freitag, 31. Juli 2009

Peter Zadek ✝

"Tja, dann wird es wohl vorbei sein. Aber wer weiß - vielleicht gibt es da ja auch ein Theater."

Donnerstag, 23. Juli 2009

"Ich rufe Sie zurück! In spätestens zwei Minuten. Muss das Zeug nur ausdrucken!"

+ 3 min. *wartet mit dem Telefon in der Hand
+ 5 min. **starrt auf das Display
+ 7 min. ***Kopf in der Hand
+12 min. ****hört den Vögeln zu
+ 15 min. *****schreibt weiter an ihrem Krimi
+ 20 min. ******feilt an einem Absatz
+25 min. *******verfasst einen kleinen Dialog
+40 min. ********anderer Anruf
+ 50 min. ********* Rückruf
+ 60 min. **********zu leichtgläubig?

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